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In two or three hundred years, life on Earth will be unimaginably beautiful @ Espace Nalon

IN ZWEI ODER DREIHUNDERT JAHREN WIRD DAS LEBEN AUF DER ERDE UNVORSTELLBAR SCHÖN SEIN
(In two or three hundred years, life on Earth will be unimaginably beautiful)

Abel Auer, Valentino Biagio & Marlon Lanziner, Michael Blättler,  Ulrike Buck, Byung Chul Kim, Elsa Farbos, Irene Fenara, Christian Kosmas Mayer, Laura Schawelka,    Leander Schwazer, Sam Shoemaker, Kristof Trakal

July 21 - September 15, 2019

@
Espace Nalon
Esslingen am Neckar
Germany

 Zukunft ist heute keine visionäre oder utopische Angelegenheit mehr, das wäre schlicht zu unsicher.

Future is no longer a visionary or utopian attempt, that would just be too uncertain.

Sie wird akribisch bis ins Detail berechnet – Algorithmen prognostizieren

unser Konsumverhalten, unsere Lebenserwartung oder unser Liebeschancen. Tausende

Wissenschaftler versammeln unglaublich große Zahlenwerke und Diagramme, mit

denen zum Beispiel das Klima in 100 Jahren abgebildet werden soll. In Anbetracht

komplizierter und differenzierter Szenarien erscheint es nur logisch, dass der „worst

Case“ verheerend attraktiv ist: in 100 Jahren Weltuntergang.

Heute weiß jeder genau, wie die Zukunft im schlimmsten Fall aussehen könnte – die

Riesenwelle, der Mega-Sturm, die Supervulkanexplosion, die totale Überwachung, die

perfektionierte und geklonte Menschheit oder ihre Ausrottung durch ausgebrochene

Killer-Viren aus biotechnologischen Laboren.

„In zwei- oder dreihundert Jahren wird das Leben auf der Erde unvorstellbar schön sein“

heißt es im 1901 uraufgeführten Theaterklassiker „drei Schwestern“ von Anton

Tschechow. Das Glück liegt hier in einer noch nicht angebrochenen Zukunft und in der

Unmöglichkeit aus dem Jetzt auszubrechen. Das Jetzt gilt allein dem Morgen, das Heute

zählt nur wenig. Schön ist immer wann anders und wann anders ist nie.

Die gleichnamige Gruppenausstellung bespielt zwei Etagen in einer seit dreißig Jahren

stillgelegten Maschinenfabrik inmitten von Esslingen am Neckar. Durch zwei

Fabriketagen hallt ein fernes Echo von Maschinen und der Leben die hier einmal ihren

Mittelpunkt fanden. Alte Kabelhaufen und herausgerissene Wände.